Wie heizt man den Kamin optimal an?

Veröffentlicht am: 12. März 2026

Einleitung

Ein Feuer im Kamin anzünden kann mit viel Rauch beginnen – oder deutlich sauberer. Entscheidend ist nicht das Feuerzeug, sondern wie das Holz im Kamin liegt.

Wir zünden deshalb von oben an. Diese Methode sorgt dafür, dass weniger Rauch entsteht, die Scheibe länger sauber bleibt und sich die Wärme gleichmäßiger entwickelt. Und sie ist einfacher, als viele denken.

Für kleinere Brennräume nutzen wir dabei eine reduzierte Variante, die ohne aufwendiges Stapeln auskommt.

Warum von oben anzünden?

Wird das Feuer klassisch von unten entzündet, entsteht in den ersten Minuten oft sichtbarer Rauch. Das darüberliegende Holz ist noch kalt, die entstehenden Holzgase können nicht vollständig verbrennen.

Beim Anzünden von oben läuft das anders.

Die Flamme entsteht im oberen Bereich des Holzaufbaus. Die Hitze arbeitet sich nach unten durch das Holz. Die dabei entstehenden Gase werden durch die heiße Zone geführt und verbrennen sauberer.

Das führt zu:

  • weniger Rauch beim Anheizen
  • schnellerer Temperaturentwicklung im Kamin
  • sauberer Verbrennung der Holzgase
  • einer länger klaren Sichtscheibe
  • gleichmäßigerer Wärme im Raum

Die Canyon-Methode: einfach und effektiv

Viele Anleitungen arbeiten mit mehreren Schichten unterschiedlich großer Holzstücke. In der Praxis ist das oft unnötig – und in kleineren Kaminen kaum umsetzbar.

Wir gehen einen einfacheren Weg.

Zwei größere Scheite werden unten in den Brennraum gelegt. Zwischen ihnen bleibt ein schmaler Spalt, möglichst direkt über dem Zuluftgitter. Von oben betrachtet entsteht so ein kleiner Canyon.

Darauf kommt eine Handvoll sehr feines, trockenes Anzündholz – faserig, locker aufgelegt, zusammen mit einer Anzündhilfe.

Dann wird oben angezündet.

Der Effekt ist klar:

Das Anzündholz brennt von oben ab und wird dabei immer kleiner. Es fällt in den Spalt zwischen den beiden Scheiten. Genau dort konzentriert sich die Hitze. Die Innenflächen der Scheite verkohlen zuerst und beginnen zuverlässig zu brennen.

Ein zusätzlicher Holzaufbau ist nicht nötig.

Der richtige Moment zum Nachlegen

Wenn das Anzündholz weitgehend abgebrannt ist, sind die beiden Scheite außen noch dunkel, innen aber bereits stark erhitzt. Man sieht die Hitze, oft steigen feine Rauchfäden auf.

In diesem Moment bringen wir die beiden Scheite näher zusammen oder legen einen leicht schräg über den anderen. Die angekohlten Bereiche kommen so in Kontakt und heizen sich gegenseitig weiter auf.

Das Feuer entsteht jetzt aus der vorhandenen Hitze heraus.

Wichtig ist, früh genug nachzulegen.

Neue Scheite können seitlich oder quer aufgelegt werden. Je nach Situation auch schräg, damit sie Kontakt zu den heißen Bereichen haben. Wird zu spät oder ungünstig nachgelegt, kann die Flamme wieder ausgehen.

Luftzufuhr nicht vergessen

Beim Anheizen sollte die Zuluft vollständig geöffnet sein. Nur so entsteht der nötige Zug, damit sich das Feuer sauber entwickeln kann.

Erst wenn das Feuer stabil läuft, kann die Luftzufuhr reduziert werden.

Fazit

Das Anzünden von oben ist eine einfache und saubere Methode, ein Kaminfeuer zu starten. Mit der Canyon-Technik lässt sich das auch in kleineren Brennräumen zuverlässig umsetzen.

Weniger Rauch beim Start.
Eine saubere Scheibe.
Und ein Feuer, das sich kontrolliert entwickelt. 🔥

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